Neonazi Christopher Siedler mit Presseausweis

Der Nienburger Neonazi Christopher Siedler versuchte sich am 18.12.2016 in Duderstadt als Anti-Antifa-Fotograf. Dabei hatte er erstmals einen Presseausweis vom Bundesverband Deutscher Pressefotografen mit dem er so unter Polizeischutz GegendemonstrantInnen fotografieren konnte. Der Ausweis ist für das Jahr 2017 ausgestellt.

Wir dokumentieren im Folgenden einen Bericht des Antifaschistischen Nachrichtenportals Niedersachsen vom 19.12.2016.

„Christopher Siedler fotografierte unter Polizeischutz Demonstrant*innen ab. Unterwegs war der Neonazi aus Nienburg mit einem Presseausweis.
Auf der gestrigen Kundgebung des „Bündnis gegen Rechts“ in Duderstadt war der gewaltbereite Neonazi Christopher Siedler als Anti-Antifa-Fotograf, mit Presseausweis, unterwegs. Der mehrfach vorbestrafte Nienburger hat dort in Anti-Antifa-Manier Fotos von den Versammlungsteilnehmer*innen angefertigt. Dabei wurde er von der Polizei geschützt. Neben der Kamera führte er einen mit der Parole „FCK AFA“ versehenen Regenschirm mit sich. Provokant spannte er diesen auf.

Wie erhält ein vorbestrafter Neonazi einen Presseausweis?
Ausgestellt wurde der Presseausweis im Scheckkartenformat vom Bundesverband Deutscher Pressefotografen (BDP). Dieser gilt bereits für das Jahr 2017. Laut den Bedingungen des BDP muss „eine fortwährende, hauptberufliche bzw. regelmäßige Tätigkeit als Journalist nachgewiesen werden.“ Eine sorgfältige Prüfung lag in diesem Fall offensichtlich nicht vor. Denn bisher ging Siedler keinerlei journalistischer Tätigkeit nach. Im Gegenteil: Pressevertreter bedroht er und geht sie tätlich an. So zuletzt am 19.11.2016 auf der neonazistischen Demonstration des Freundeskreis Thüringen/Niedersachsen in Nienburg, als er einen Pressevertreter stieß und diesen versuchte zu treten.

Profil von Siedler auf Bundesverband Deutscher Pressefotografen  Screenshot: b-dp.de
Screenshot: b-dp.de

Was bedeutet das für Antifaschist*innen?
Eine ernsthafte reale Bedrohung. Mit einem Presseausweis wird dem wegen Gewaltdelikten vorbestraften Siedler Zugang zu antifaschistischen und antirassistischen Versammlungen gewährt und wenn nötig von der Polizei geschützt und durchgesetzt. Es kann davon ausgegangen werden, dass Siedler die Bilder von Antifaschist*innen veröffentlicht beziehungsweise in neonazistischen Strukturen verbreitet.“