Kurze Auswertung des heutigen Tages

Heute morgen konnte der Ernst-Thoms-Platz von linken AktivistInnen besetzt werden. Über Nacht wurde der Platz mit antifaschistischen Parolen verschönert. Die Gegenkundgebung unter dem Motto „Gedenken an die Opfer rechter Gewalt – im Holocaust und heute“ um 11 Uhr lief ohne Zwischenfälle ab.
Am Morgen gab es erste Hinweise auf eine mögliche zeitliche Verschiebung des – damals noch als Kundgebung angekündigten – Naziaufmarsches. Polizei und Behörden wollten allerdings keine Aussagen dazu machen.

Zusammenfassung der Ereignisse nach heute Mittag
Der Landesverband der Partei „Die Rechte“ hatte eine Demonstration „Gegen linke Gewalt“ durch das gesamte Innenstadtgebiet ab 18 Uhr mit Start am Bahnhof Nienburg angemeldet. Kurz vorher konnte man im Innenstadtgebiet ein massives Polizeiaufgebot wahrnehmen. Die Route, Kundgebungsplätze und der Bahnhof wurden komplett abgeriegelt. Immer wieder fuhren Wannen durch angrenzende Straßen auf der Suche nach vermeintlichen, potenziellen GegendemonstrantInnen.
Eine kleine Gruppe aus dem bürgerlichen Spektrum hatte vor dem Bahnhof an der Ecke zur Wilhelmsstraße eine Gegenkundgebung anmelden können, zu der dann widerwillig auch linke AktivistInnen gelassen wurden. Im Vorfeld wurde eine Gruppe dieser in der Nähe des Bahnhofs von der Polizei darauf hingewiesen „lieber nicht zu versuchen an die Route zu gelangen“.
Etwa 10 Meter weiter, auf einem Parkplatz neben dem Bahnhofsgebäude, sammelten sich schätzungsweise um die 30-40 Neonazis, die unter massivem Polizeischutz aber auch Protest an der Gegenkundgebung vorbei in die Wilhelmsstraße geführt wurden. Danach wurde die Gegenkundgebung vom Anmelder aufgelöst.
Die Demonstration wurde bis 22 Uhr mit mehreren Zwischenkundgebungen angemeldet. Am Ernst-Thoms-Platz entzündeten sie Fackeln. Gegen 20 Uhr beendeten die Nazis ihre Veranstaltung.

Informationen wurden offenbar gezielt vorenthalten um einen Gegenprotest annähernd unmöglich zu machen.

Eine genauere Auswertung folgt in den nächsten Tagen. Vielen Dank an alle SupporterInnen!