Neonazi-Schmierereien im Nienburger Innenstadtbereich

Am späten Abend des 26.03. sprühten Neonazis flächendeckend rechte Symbole und Schriftzüge im Nienburger Innenstadtbereich.

\"Aktionsgruppe\"-Schriftzug im Bahnhofsgebäude
So kam es in mehreren Straßen zu vielfachen Hakenkreuz-Schmierereien, „Aktionsgruppe“-Schriftzügen und anderen rechten Codes. Als die Neonazis ihre Schriftzüge auch im Bahnhofsgebäude hinterlassen wollten, wurden sie von einer couragierten Person auf frischer Tat ertappt und lautstark zur Rede gestellt. Dies nahmen die Täter kurzerhand zum Anlass, unter „Sieg Heil“-Rufen und dem Zeigen von Hitlergrüßen die Beine in die Hand zu nehmen. Dennoch konnte die verständigte Polizei kurze Zeit später zwei der vermutlich drei Neonazis stellen und ihre Personalien aufnehmen. Medienberichten zufolge handelt es sich bei den beiden Tätern um zwei 25 und 26 Jährige, einschlägig bekannte Personen. Diese Informationen lassen wenig Zweifel daran, dass darunter auch der Neonazi Christopher Siedler war. Dies dürfte für Siedler besonders unangenehm sein, da dieser noch immer auf Bewährung ist (siehe: „Nazi zu Bewährungsstrafe verurteilt“). Ob sein erneuter Fehltritt Konsequenzen haben wird, wird sich zeigen.
Hauswand in Nienburg

Besonders bemerkenswert ist, dass sich die Polizei offensichtlich zum ersten Mal dazu entschieden hat, rechtsmotivierte Straftaten nicht zu verschweigen und diese auch als solche zu benennen. Bisher schien es als gäbe sich die Polizeiinspektion Nienburg größte Mühe, Vorfälle solcher Art nicht öffentlich werden zu lassen. Ob hierbei der erhöhte öffentliche Druck der letzten Monate nachgeholfen hat, lässt sich nur spekulieren.

Zudem wurden am Freitag, den 24.03., rassistische Flyer in vielen Briefkästen im Bereich des Nordertors verteilt. Hierbei handelte es sich um Propaganda von „ Wir lieben Sachsen/Thügida“. Das Verteilen der Flyer feiern die Neonazis im Internet – auch auf der Seite vom „Freundeskreis TN / Thügida Sektion Nienburg – Weser“ – als großen Erfolg. Die Aktion hat aber unserer Kenntnis nach eher bewirkt, dass sich mehr Menschen gegen die Neonazis in Nienburg engagieren wollen.

Screenshot Facebook vom 28-03-17
Screenshot: Facebook

Diese erneuten Vorfälle zeigen, dass es keinen Sinn macht, neonazistische Umtriebe zu ignorieren und zu leugnen. Dass es auch in Nienburg aktive Neonazis gibt, dürfte spätestens nach zwei Naziaufmärschen im letzten halben Jahr deutlich geworden sein.
Ein aktiver Kampf gegen rassistische Tendenzen bleibt notwendig – egal was uns ein Bürgermeister Onkes erzählen will. Wir werden weiterhin Druck aufbauen, ob auf Neonazis oder den rassistischen Normalzustand.

Keinen Fußbreit den Faschisten!
Es gibt kein ruhiges Hinterland!